Unter #MoinRadlandSH stellen wir jeden Monat Projekte aus Schleswig-Holstein vor. Diesmal…
Eutin zeigt, wie gemeinsamer Verkehrsraum funktioniert
Die Umgestaltung der Eutiner Innenstadt ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Städte den öffentlichen Raum neu denken können – mit spürbaren Vorteilen für Fußgänger*innen und Radfahrende.
Im Rahmen der Städtebauförderung entstand „Am Rosengarten“ aus einer ehemaligen Durchfahrtsstraße eine attraktive Flaniermeile. Das gesägte Granitgroßsteinpflaster verbessert den Fahrkomfort für Radfahrende erheblich, während auf 3 cm abgesenkte Bordsteine nahezu barrierefreie Querungen ermöglichen. Taktile Leitelemente erleichtern blinden und sehbehinderten Menschen die Orientierung. Tempo 20 sorgt für mehr Sicherheit und ein entspanntes Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden. In der benachbarten Fußgängerzone mit „Radfahrer frei“ wird der Kfz-Verkehr durch versenkbare Poller reguliert. Durch für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnete Einbahnstraßen bieten mehr Durchlässigkeit für Radfahrende und Platz für Fußgänger.
Gerade für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, zeigt sich der Mehrwert: mehr Komfort, mehr Sicherheit, kürzere und bequemere Wege sowie eine deutlich höhere Aufenthaltsqualität. Wo früher der Durchgangsverkehr dominierte, laden heute hochwertige Materialien, Möblierung und ein ruhiger Verkehrsablauf zum Verweilen ein.
Als Teil des integrierten Stadtentwicklungskonzepts trägt die Neugestaltung dazu bei, Eutins Innenstadt attraktiver zu machen. Entgegen dem landesweiten Trend gewinnt die Stadt Besucher*innen hinzu. Ein starkes Signal dafür, dass barrierearme Gestaltung, Förderung des Fuß- und Radverkehrs sowie lebenswerte öffentliche Räume neben einem guten Stadtmarketing wesentliche Bausteine einer erfolgreichen Innenstadtentwicklung sind.







