Der Radtourismus in Schleswig-Holstein wächst. Gut für den Radverkehr, gut für unser Land. Denn immer mehr Studien zeigen, welches Wertschöpfungspotential im Radtourismus schlummert. Da zudem 75% der Radrouten im ländlichen Raum verlaufen, profitieren besonders ländliche Regionen. Und auch für den Alltagsverkehr ist der Radtourismus wichtig, denn Menschen, die im Urlaub radeln, nutzen auch im Alltag verstärkt das Rad.

RAD.SH unterstützt beim Ausbau und der Optimierung der radtouristischen Infrastruktur (Zur Seite Koordinierungsstelle Radtourismus). Benötigen Sie Hilfe oder haben Fragen? Melden Sie sich bei uns.

Radfernwege in Schleswig-Holstein

13 überregionale Radfernwege sind in Schleswig-Holstein verzeichnet.

Bild: eigene Darstellung (klicken zum vergrößern)

Tourismus-Struktur SH

22 lokale Tourismusorganisationen, kurz LTOs, sind in den Regionen Ansprechpartner.

Quelle Karte: NIT, 2020 (auf Basis von Daten des MWVATT 2018)

Auswahl an Studien und Hintergrundinformationen zum Thema Radtourismus.

Gestaltung touristischer Rastplätze - Leitfaden der Eider-Träne-Sorge Region

Eine flächendeckende Rastinfrastruktur, insbesondere entlang der überregionalen touristischen Wege, stärkt die Rolle des Radtourismus in Schleswig-Holstein. Der Leitfaden der Eider-Träne-Sorge Region bietet einen gemeinsamen Mindeststandard für die Schaffung und Gestaltung von hochwertigen Rastplätzen mit Wiedererkennungswert. Mit vielen Fotos und Preisangaben garniert, schafft der Leitfaden eine gute Orientierung auch für andere Regionen.

Zum Leitfaden

ADFC-Radreiseanalyse für das Radreisejahr 2022

Worum geht’s? Die ADFC-Radreiseanalyse ist eine bundesweite repräsentative Online-Befragung zum fahrradtouristischen Markt in Deutschland. Sie findet seit 1999 jährlich statt und liefert wichtige Erkenntnisse zum Status quo.

Weshalb hilfreich? Die Radreiseanalyse zeigt, dass 2022 ganze 4,6 Millionen Menschen eine Radreise unternommen. Dies ist eine Zunahme von fast 18% im Vergleich zum Vorjahr. Unter den meistbesuchten Radregionen liegt die Region Nordsee neuerdings auf Platz 9. In der Rangliste der beliebtesten Radfernwege befindet sich der Ostseeküstenradweg auf dem dritten Platz. Im Ranking der meistbefahrenen Bundesländer liegt Schleswig-Holstein mit 9,9 % auf Platz neun. Auf die Frage, in welchem Bundesland die Befragten am liebsten ihre Radreise verbringen würden, nannten 4,3% Schleswig-Holstein, was den siebten Platz bedeutet. Die Analyse zeigte außerdem, dass die Rund 38 Millionen Ausflüger:innen in Deutschland ganze zwölf Ausflüge pro Person machen. 29% der Tagesausflüger:innen nutzten für die Anreise dabei die Bahn. Bei den Radreisenden waren dies sogar 37%. Weiterhin wichtig ist die Erkenntnis, dass die Vielfalt bei den genutzten Fahrradtypen wächst. Besonders das Gravelbike stieg in seiner Verwendung bei den Radreisenden im Vergleich zu 2021 um knapp 5 %. Das Trekkingrad bleibt an erster Stelle, gefolgt vom Stadt-/Cityrad und dem Mountainbike.

Auch wichtig: Als genutztes Medium zur Wegweisung nannten 68% der Befragten die Wegweisung in Form von Beschilderung. Damit nahm der Anteil um 7% im Vergleich zum Vorjahr ab. Dicht gefolgt mit 67,5% gaben Befragte an, Apps als Medium zur Wegweisung zu verwenden.

Radverkehrsuntersuchung Mecklenburg-Vorpommern

Worum geht’s? Bei der Radverkehrsuntersuchung handelt es sich um die bislang umfangreichste Analyse zum Aufkommen und der Bewertung von Radreisen in Mecklenburg-Vorpommern.

Weshalb hilfreich? Die Studie zeigt: Radurlauber bleiben im Durchschnitt länger als andere Gäste. Regioradler im Durchschnitt 9,3 Tage und Radwanderer im Durchschnitt 7,7 Tage. Die Radurlauber, die auf dem Mecklenburger-Seen-Radweg unterwegs sind, haben dabei mit 10,7 Tagen die längste Aufenthaltsdauer. Durchschnittliche Aufenthaltsdauer von MV-Gästen allgemein liegt nach Angaben der Studie GfK DestinationMonitor 2022 bei nur 6,8 Nächten. Die Untersuchung zeigte auf, dass an der Küste besonders viel geradelt wird; insbesondere an den Zählstellen auf der Insel Usedom (rund 375.000 Radelnde pro Jahr) und auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (rund 371.000 Radelnde pro Jahr). In der Mecklenburgischen Seenplatte wurden in Plau am See mit 130.000 und in Rechlin mit 115.000 die meisten Radelnden gezählt.

Auch wichtig: Die Studie zeigt, dass Radfahren als Reiseanlass einen jährlichen Bruttoumsatz von 705,2 Millionen Euro generiert. Radtourismus im weiteren Sinne generiert einen jährlichen Gesamtbruttoumsatz von ganzen 1,11 Milliarden Euro.

https://dl.tmv.de/2023-02-28%20Ergebnispraesentation_FINAL.pdf

EuroVelo Overview Study

Worum geht’s? Die EuroVelo Overview Study aus dem Jahr 2012, die von der European Cyclists‘ Federation durchgeführt wurde, gibt einen umfassenden Überblick über die EuroVelo-Routen und ihre Auswirkungen auf den Radtourismus in Europa. Die EuroVelo-Routen sind ein Netzwerk von 14 Fernradwegen, die durch ganz Europa führen.

Weshalb hilfreich? Die Studie zeigt, dass die EuroVelo-Routen einen positiven Einfluss auf den Radtourismus in Europa haben. Sie ziehen jedes Jahr Millionen von Radfahrern aus aller Welt an und tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung der betroffenen Regionen bei. Geschätzt finden in Europa jährlich Fahrradreisen im Wert von über 44 Milliarden Euro statt. Die Studie betont jedoch auch, dass noch mehr getan werden muss, um den Radtourismus in Europa weiter zu fördern. Dazu gehört klar die Verbesserung der Infrastruktur und der Serviceangebote, die Schaffung neuer EuroVelo-Routen und die Erhöhung der Sichtbarkeit und Bekanntheit der bestehenden Routen. Die Studie fordert auch eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Ländern und Regionen, um den Radtourismus in Europa zu einem noch größeren Erfolg zu machen.

https://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/STUD/2012/474569/IPOL-TRAN_ET(2012)474569_DE.pdf

Radtouristische Evaluation der Römer Lippe Route

Worum geht’s? Das Ziel der Evaluation ist es, den Fahrradtourismus entlang der Römer-Lippe-Route zu untersuchen und dessen ökonomische Bedeutung zu belegen. Im Fokus steht zudem die Ermittlung marketingrelevanter Informationen zu den Fahrradtourist:innen.

Weshalb hilfreich? Die Studie zeigt, dass die Anzahl Radreisender über die Jahre der Evaluationen hinweg (erste Untersuchung in 2014) kontinuierlich ansteigt. Auch der Bruttoumsatz ist deutlich angestiegen: von 2,8 Mio. € auf 11,2 Mio. € pro Jahr. Der touristische Einkommensbeitrag für die Region liegt bei 5,2 Mio. € pro Jahr.

Die Studie zeigt außerdem, dass der Beschilderung ein hoher Stellenwert zugutekommt, da der am häufigsten genannte verbesserungswürdige Punkt die Beschilderung war.

Auch wichtig: Das wichtigste Kriterium bei der Tour ist für die Radfahrenden mit Abstand die landschaftliche Attraktivität (92%). Die Oberflächenbeschaffenheit ist auch ein wichtiges Kriterium, landet allerdings „nur“ bei 42%.

https://www.ruhr-tourismus.de/wp-content/uploads/2023/02/1_Roemer-Lippe-Route_Radverkehrsuntersuchung-2022_Abschlussbericht.pdf

Radtouristische Evaluation Ruhrtalradweg

Worum geht’s? Das Ziel der Evaluation ist es, den Fahrradtourismus entlang des RuhrtalRadwegs zu untersuchen und dessen ökonomische Bedeutung zu belegen. Im Fokus steht zudem die Ermittlung marketingrelevanter Informationen zu den Fahrradtourist:innen.

Weshalb hilfreich? Die Studie zeigt, dass der Bruttoumsatz ganze 39,4 Mio. € pro Jahr beträgt. Der touristische Einkommensbeitrag für die Region beträgt 18,2 Mio. €. Außerdem zeigt die Studie, dass sich Kooperation entlang des Weges lohnt: Hinter dem RTRW, der zu den drei beliebtesten Radfernwegen Deutschlands gehört, steht eine Kooperationsgemeinschaft aus 23 Anrainerkommunen unter Federführung von Ruhr Tourismus GmbH, Sauerland Tourismus e. V., Regionalverband Ruhr und dem Hochsauerlandkreis.

Auch wichtig: Unter den Befragten waren rund 60 % Alltagsradfahrende mit Wohnsitz im Untersuchungsgebiet. Das heißt, dass besonders auch Anwohner:innen vom Ausbau touristischer Radinfrastruktur profitieren können.

https://www.ruhr-tourismus.de/wp-content/uploads/2023/02/5_RuhrtalRadweg_Radverkehrsuntersuchung-2022_Abschlussbericht.pdf

Radverkehrsuntersuchung 100-Schlösser-Route & Radregion Münsterland

Worum geht’s? Mit der Radverkehrsuntersuchung in der Radregion Münsterland und insbesondere auf der 100-Schlösser-Route soll das Erlebnis für Radfahrende nach ihren individuellen Bedürfnissen verbessert werden und damit auch die Umsätze und Wertschöpfung in der Region erhöht werden.

Weshalb hilfreich? Ziel der Studie ist die Erreichung höherer Umsätze im Zusammenhang mit dem Thema Schlösser und Burgen und mehr Wertschöpfung (Löhne, Einkommen, Gewinne) für die Region. Das touristische Profil und die Identität des Münsterlandes sollen gestärkt werden, um so zu einer erfolgreichen Regionalentwicklung beizutragen. Die Handlungsempfehlungen zur Ermittelten Ausgangslage bieten daher gute Anhaltspunkte für mögliche Weiterentwicklungen in Schleswig-Holstein.

Auch wichtig: Die Beschilderung des Radwegs stellt das wichtigste Medium zur Orientierung vor Ort dar. Sie wird von 37,4 Prozent der Radgäste mit touristischem Motiv genutzt. Dabei legen besonders die Radwanderinnen und Radwanderer (70 %) und Regioradlerinnen und Regioradler (50 %) großen Wert auf eine gute Beschilderung. Aber: Nur ein gutes Drittel der Tagesausflügler (33,4 %) folgt den Wegweisern

https://www.muensterland.com/site/assets/files/863508/2023-03-22_abschlussbericht_rvu_muensterland.pdf