DIe Landesregierung hat heute im Kabinett auf Basis des Evaluierungsberichtes zur Radstrategie beschlossen, die Ziele des Landes im Bereich des Radverkehrs anzupassen und die empfohlenen Schwerpunktmaßnahmen zu prüfen und weiterzuverfolgen. Insgesamt wird mit der Evaluierung eine positive Entwicklung auf dem Weg zur Zielerreichung attestiert.
Zu den wichtigsten Teilerfolgen im Radverkehr zählen z.B.:
- Bereitstellung von insgesamt rd. 170 Mio. € aus Bundes- und Landesmittel für den Radverkehr von 2020 bis 2025
- Erstellung des Landesweiten Radverkehrsnetzes (LRVN) als wichtige Planungsgrundlage für alle Baulastträger und Entwicklung eines Radinformationssystems (RIS.SH) zu dessen Pflege und Weiterentwicklung
- Instandsetzung von durchschnittlich rd. 85 km Radwege pro Jahr in den vergangenen vier Jahren durch den LBV.SH an Bundes- und Landesstraßen
- Steigerung des Radverkehrsanteils auf dem Weg zur Arbeit im Entfernungsbereich bis 5 km von 26 % 2017 auf 38 % 2023
- SH erreichte 2023 mit 378 km bei den durchschnittlichen jährlich gefahrenen Rad-km pro Person den zweiten Platz von allen Flächenländern (Niedersachsen: 407 km)
- Zustandserfassung aller touristischen Radfernwege
- Einrichtung einer radtouristischen Koordinierungsstelle, Veröffentlichung von radtouristischen Qualitätsstandards und Entwicklung des Ochsenwegs als erste Qualitätsradroute in Schleswig-Holstein
- 71 % der Urlaubsgäste in Schleswig-Holstein fuhren 2024 in ihrem Urlaub Fahrrad
- SH ist Flächenland mit den wenigsten tödlichen Radunfällen pro 500 Mio. km Radverkehrsleistung (Daten mit Stand 31.12.2023)
- Gästezufriedenheit in Bezug auf die Radfahrmöglichkeiten liegt bei 1,6 (Schulnoten) in 2024
Neben diesen messbaren Indikatoren wurden vom Gutachter darüber hinaus folgende Erfolge ermittelt:
- Entwicklung vielfältiger neuer Angebote
- Sichtbarmachung der Bedeutung des Radverkehrs in SH
- Integration der Ziele der Landesradstrategie in die Strategien auf kommunaler Ebene
- Verstärkter Austausch zwischen unterschiedlichen Ebenen
- Bereitstellung von zusätzlichen Personal und Finanzmitteln für den Radverkehr auf allen Ebenen
- Impulsgeber im Radtourismus
- Schaffen klarer Zuständigkeiten
Folgende Schritte zur Umsetzung der Empfehlungen zu zukünftigen Maßnahmeschwerpunkten wurden bereits eingeleitet/vorbereitet:
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- Fortsetzung des Runden Tisches Radverkehr
- kontinuierlicher Einsatz für den Abfluss der Bundesmittel über kommunale Projekte (insb. Sonderprogramm „Stadt und Land“ und für Radschnellwege) durch Fördermittelberatung und Informationsveranstaltungen
- 3-jährige Förderung der RAD.SH zur Erhöhung der Planungssicherheit bei der Beratung und Unterstützung von Kommunen (2026 – 2028)
- 100% Finanzierung von Radweglückenschlüssen an Landesstraßen, die von Kommunen durchgeführt werden
- Finanzierung der Koordinierungsstelle Radtourismus für die nächsten drei Jahre (2026 – 2028)
- Schwerpunktberatung von Kommunen durch das mobiliteam hinsichtlich ihrer Radabstellmöglichkeiten an Bahnhöfen
- Unterstützung des Runden Tisches Schulwegsicherheit zur Bündelung von Informationsmaterialien zu Radverkehr/Verkehrssicherheit für Schulen
- Projektförderung für ein zweijähriges Projekt zur Erstellung von Schulwegplänen (inkl. Radverkehr) bei der RAD.SH
- Weiterentwicklung eines baulastträgerübergreifenden Radinformationssystems (RIS.SH)
- Kommunikationskampagne für den Radverkehr
Einige Unterziele waren von vornherein sehr ehrgeizig und können in der angegebenen Zeit (z.B. Radanteil 30 % bis 2030) nicht erreicht werden oder haben sich als nicht zweckmäßig erwiesen (Einkaufsverkehr), so dass seitens des Gutachters Anpassungsempfehlungen gegeben werden. Daher hat die Landesregierung die Unterziele wie vom Gutachter vorgeschlagen angepasst insb. hinsichtlich des Zeitraums der Zielerreichung im Bereich Modal Split und Verkehrssicherheit.Eine Ausnahme bilden die zeitlichen Unterziele zum Modal Split. Hier wird grundsätzlich den gutachterlichen Empfehlungen zu einer zeitlichen Streckung gefolgt, dabei aber an einer ambitionierten Zielsetzung festhalten. Die Erreichung von 25% Radverkehrsanteil bis 2035 und 30% bis 2040 wird daher als neues landespolitisches Ziel definiert.
Den vollständigen Bericht finden Sie hier: Halbzeit-Evaluierung Radstrategie 2030_260225. Darüber hinaus wird der Bericht inkl. der oben beschriebenen Ausführungen in Kürze als Drs. 20/4152 im Landtagsinformationssystem zu finden sein.

