Wie attraktiv Bus und Bahn sind, entscheidet sich nicht erst beim Einsteigen. Auch die Wege zur Haltestelle, das Warten und Umsteigen prägen die ÖPNV-Erfahrung. Rund 90 Prozent der ÖPNV-Nutzenden in Städten gehen zu Fuß zu und von den Haltestellen. Damit ist der Fußverkehr ein wichtiger, aber häufig unterschätzter Baustein eines attraktiven ÖPNV.
Impulse aus unserem Arbeitskreis Fußverkehr
Mit diesen Zusammenhängen beschäftigte sich unser Arbeitskreis Fußverkehr. Als Referenten konnten wir Prof. Helge Hillnhütter von der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) gewinnen. In seinem Vortrag zeigte er, wie eng die Qualität des öffentlichen Raums, das Zufußgehen und die Nutzung des ÖPNV miteinander verbunden sind.
Dabei wurde deutlich: Nicht allein die tatsächliche Entfernung zur Haltestelle ist entscheidend. Auch die Wahrnehmung des Weges beeinflusst, ob Menschen bereit sind, ihn zu Fuß zurückzulegen. Eine angenehme Umgebung, sichere Querungsmöglichkeiten und direkte Wege können die Attraktivität des Fußwegs erhöhen. Lange Wartezeiten an Ampeln, Umwege, fehlende Orientierung oder ein unsicheres Gefühl wirken dagegen abschreckend.
Was können Kommunen tun?
Verbesserungen müssen nicht immer mit großen Investitionen verbunden sein. Bereits kleinere Maßnahmen können einen Unterschied machen – etwa besser platzierte Querungshilfen, kürzere Wartezeiten, direkte Wegeverbindungen oder eine angenehmere Gestaltung des Haltestellenumfelds.
Entscheidend ist, Fußverkehr und ÖPNV von Anfang an gemeinsam zu planen. Dazu gehört auch eine engere Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Verkehrsunternehmen und den zuständigen Planungsstellen.
Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet in der kostenlosen Difu-Publikation „Der Weg zu Fuß zur Haltestelle – ein blinder Fleck in der Mobilitätsforschung?“ weitere Hintergründe und Empfehlungen für Kommunen und Verkehrsbetriebe.

