Einzelhandel und Verkehr: verbreitete Annahmen prüfen
Bei Maßnahmen in Innenstädten reagiert der Einzelhandel häufig mit Skepsis oder Ablehnung. Fallen dabei noch Parkplätze weg, ist Sturm vorprogrammiert. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Einzelhandel vielerorts tatsächlich unter massivem Druck steht, das Einkaufsverhalten hat sich massiv verändert, die Stadt als zentraler Einkaufsort funktioniert nicht mehr. Die daraus gezogenen Schlussfolgerungen sind jedoch falsch. Mehr Autoverkehr bedeutet nicht automatisch mehr Umsatz.
Was Studien zeigen
Studien aus dem In- und Ausland zeigen, dass verkehrsberuhigende Maßnahmen sowie mehr Fuß- und Radverkehr führen in der Regel nicht zu sinkenden, sondern häufig zu stabilen oder steigenden Umsätzen führen.
Der Grund liegt vor allem in einer höheren Aufenthaltsqualität und steigenden Kundenfrequenz. Wo sich Menschen gerne aufhalten und wohlfühlen, kaufen sie in der Regel auch gerne ein.
Einschränkung der Studienlage
Ein Schwachpunkt vieler Studien ist jedoch, dass sie vor allem größere Städte untersuchen. Für kleinere und mittlere Kommunen ist die Datenlage deutlich dünner. Dadurch lassen sich die Ergebnisse nicht immer ohne Weiteres auf diese Kommunen übertragen. Diese Idee werden wir weiter verfolgen.
Übersichtstudie des DIFU: https://difu.de/presse/pressemitteilungen/2025-03-28/einzelhandel-profitiert-von-massnahmen-der-verkehrsberuhigung
Mobilitätsforum Bund: https://www.mobilitaetsforum.bund.de/DE/Themen/News-RADar/_texte/Einzelhandel-und-Verkehrsberuhigung_2024-12.html
Guter allgemeiner Artikel: https://www.veloplan.de/die-rolle-des-autos-wird-ueberschaetzt/
Studie aus Österreich: https://www.bmimi.gv.at/themen/mobilitaet/fuss_radverkehr/publikationen/radfahren_einkaufen.html

